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Sammler- wissen.

Die meisten Schäden entstehen nicht beim Grading, sondern lange davor. Hier erfährst Du konkret, welche Fehler Karten wirklich kosten — mit den echten Punktabzügen aus dem Value-Guard-System.

12 Schadensfälle mit Punkten7 EinreichungsschritteLagerung & Handhabung

Schäden entstehen im Alltag

Hitze im Auto, ein Sticker auf der Karte, feuchte Lagerung — die häufigsten Grading-Schwächen haben nichts mit dem Grading selbst zu tun, sondern mit dem, was vorher passiert.

Punkte kennen, besser entscheiden

Wer weiß, was ein Schimmelfleck oder ein Hitzeschaden konkret im Value-Guard-System kostet, schützt Karten bewusster und mit klarerer Priorität.

Value-Guard-Abzüge

Was Karten wirklich kostet

Diese Schäden werden beim Grading systematisch erfasst. Jeder dieser Fehler reduziert die Punktzahl direkt und damit das erreichbare Grade.

−30 Pkt.

Sticker direkt auf der Karte

Klebereste zerstören die Oberfläche dauerhaft. Pauschalabzug, kaum reversibel.

Niemals Sticker auf ungesleeved Karten platzieren

−40 Pkt.

Hitzeschaden (Auto, Heizung, Sonne)

Wellung, Glanzverlust und strukturelle Schäden durch hohe Temperaturen. Foil-Karten besonders anfällig.

Nie unter direkter Sonne oder in heißen Räumen / Fahrzeugen lagern

−30 Pkt.

UV-Schaden durch Sonnenlicht

UV-Strahlung bleicht Farben aus und schädigt Foil-Schichten irreversibel.

UV-Schutz für alle Karten — besonders Foils, Holos und Alt-Art

−25 Pkt.

Rauchfilm auf der Oberfläche

Nikotin- oder Rauchpartikel setzen sich auf der Kartenoberfläche ab. Pauschalabzug.

Karten nur in rauchfreier Umgebung lagern und handhaben

−25 Pkt. je Stelle

Schimmelflecken

Biologischer Schaden durch zu hohe Luftfeuchtigkeit. Nicht reversibel.

Luftfeuchtigkeit unter 55 % halten, Silica-Gel verwenden

−20 Pkt. je Stelle

Öl- und Fettspuren

Hautöl hinterlässt sichtbare Rückstände auf der Oberfläche — insbesondere auf Glanzflächen.

Karten nie mit bloßen Fingern auf der Oberfläche anfassen

−20 Pkt.

Feuchtigkeitsverformung

Wellen und Krümmung durch Feuchtigkeit — verändert Zentrierung und Stabilität dauerhaft.

Kühle, trockene Lagerung, niemals in feuchten Räumen

−15 Pkt. je Stelle

Bindereindrücke

Ringbuchösen und Hüllenmechanik hinterlassen strukturelle Druckspuren auf der Oberfläche.

Nur Binder mit weichen, ringlosen Hüllen verwenden

−12 Pkt. je Stelle

Stapelspuren

Schwere Gegenstände auf unverpackten Karten erzeugen Druckspuren auf der gesamten Fläche.

Nur horizontal und ohne Druckbelastung von oben lagern

−35 Pkt.

Schwerer Knick

Strukturschaden, der direkt von der Gesamtpunktzahl abgezogen wird. Grade-Cap bei 4.0.

Karten niemals biegen oder knicken — sofort sleeven nach dem Pull

−20 Pkt.

Eingetrocknete Flüssigkeitsflecken

Wasser, Getränke oder andere Flüssigkeiten hinterlassen dauerhafte Trocknungsränder.

Karten nie in der Nähe von Getränken oder feuchten Händen handhaben

−50 Pkt.

Manipulation / Nachbearbeitung

Polieren, Schleifen, Tintennachbearbeitung — führt zu massiven Abzügen bis Auto-Reject.

Niemals versuchen, Mängel zu kaschieren oder Karten zu "verbessern"

Langzeitschutz

Richtige Lagerung

Karten, die über Monate oder Jahre gelagert werden, nehmen Schaden durch Faktoren, die man erst sieht, wenn es zu spät ist.

Temperatur

  • Ideal: 18–22 °C, konstant und ohne starke Schwankungen
  • Keller und Dachböden meiden — zu feucht oder zu heiß
  • Heizkörper im Umkreis von mindestens 1 m vermeiden
  • Fahrzeuge im Sommer können über 60 °C erreichen

Luftfeuchtigkeit

  • Zielbereich: 40–55 % relative Luftfeuchtigkeit
  • Silica-Gel-Päckchen in Aufbewahrungsboxen legen
  • Über 65 % entstehen Schimmelrisiken
  • Hygrometer für die Lagerstätte empfohlen

Licht & UV

  • Kein direktes Sonnenlicht — UV bleicht Farben aus
  • Display-Cases mit UV-Schutz für Langzeitpräsentation
  • LED ohne UV-Anteil für Präsentation geeignet
  • Foil-Karten und Alt-Art besonders lichtempfindlich

Aufbewahrung & Druck

  • Horizontal lagern, nie vertikal ohne stabilen Halt
  • Kein Gewicht auf gestapelten Karten — Stapelspuren sind teuer
  • Binder nur mit weichen Innenhüllen, kein direkter Ringkontakt
  • Keine Gummibänder — erzeugen Druckspuren

Täglicher Umgang

Korrekte Handhabung

Jedes Mal, wenn eine Karte in die Hand genommen wird, entsteht ein Risiko. Wer richtig handhabt, minimiert dieses Risiko auf ein Minimum.

Sofort sleeven nach dem Pull

Die wertvollste Schutzmaßnahme ist die erste: direkt nach dem Öffnen des Packs die Karte in einen Penny-Sleeve schieben, bevor sie auf Tische, Hände oder andere Karten trifft.

Nur an den Längsseiten anfassen

Nicht an den Ecken (Eckwhitening), nicht auf der Oberfläche (Fingerabdrücke, Öl). Die seitlichen Kanten sind die einzigen sicheren Greifpunkte.

Nie auf die Karte pusten

Atemluft enthält Feuchtigkeit und Partikel. Auch kurzes Anpusten kann mikroskopische Wasserflecken und Rückstände hinterlassen.

Keine chemische Reinigung

Wasser, Isopropanol, Linsenreiniger — alle hinterlassen Rückstände oder Kratzer. Reinigungsversuche werden beim Grading als Reinigungsrückstände erfasst.

Karten nicht biegen zum Testen

Der klassische Flex-Test zerstört sofort den Grading-Wert. Ein leichter Knick zieht bereits 15 Punkte ab und begrenzt das Grade auf maximal 7.0.

Klare Unterlage verwenden

Karten nie auf rauhen, staubigen oder feuchten Oberflächen ablegen. Eine saubere Mikrofasermatte schützt die Rückseite während der Inspektion.

Vor dem Versand

Vorbereitung für die Einreichung

Die letzten Schritte vor dem Versand entscheiden oft darüber, ob die Karte in demselben Zustand ankommt, in dem sie abgeschickt wurde.

01

Karte sorgfältig prüfen

Unter gutem Licht und schräg einfallendem Licht auf Kratzer, Whitening und Druckfehler prüfen. Seitenlicht zeigt Oberflächenfehler besonders deutlich. Ecken und Kanten unter Vergrößerung kontrollieren.

02

Zentrierung einschätzen

Die Randverhältnisse links/rechts und oben/unten grob abschätzen. Eine stark dezentrierte Karte kann selbst bei perfekter Oberfläche nicht über Grade 7.0 kommen.

03

Karte nicht reinigen

Auch schonende Reinigungsversuche können Schlieren, Rückstände oder Kratzer erzeugen und werden beim Grading erfasst. Die Karte so einreichen, wie sie ist.

04

Fotos dokumentieren

Vor der Einreichung Fotos von Vorder- und Rückseite erstellen — inklusive schräger Beleuchtung. Das schützt bei Transportschäden und gibt eine Baseline für den eigenen Vergleich.

05

Doppel-Sleeve & Top Loader

Erst Penny-Sleeve, dann direkt in einen qualitativ hochwertigen Top Loader. Der Top Loader verhindert Kanten- und Eckenberührung im Versandpaket.

06

Karton-Sandwich & Polsterung

Top Loader zwischen zwei stabile Kartonlagen legen, mit Klebeband fixieren. Das Sandwich verhindert Biegung beim Transport. Dann in ein gepolstertes Kuvert oder eine Box.

07

Sendung mit Tracking

Immer mit Sendungsverfolgung versenden. Ein nachverfolgbarer Versandweg schützt bei Verlust oder Beschädigung und gibt Sicherheit für beide Seiten.

Häufige Fallstricke

Typische Fehler vor dem Grading

Zu spätes Schützen

Viele Karten werden erst dann in einen Top Loader gesteckt, wenn ein Grading konkret geplant ist — oft Wochen nach dem Pull. In dieser Zeit entsteht der meiste Schaden.

Reinigungsversuche vor der Einreichung

Ein häufiger Fehler: kurz vor dem Versand versuchen, die Karte zu reinigen. Das erzeugt neue Defekte — Reinigungsrückstände, Schlieren oder Kratzer.

Falsche Erwartungshaltung

Eine optisch starke Karte landet nicht automatisch in den höchsten Stufen. Micro-Whitening oder minimale Printlines können das Grade erheblich reduzieren.

Unsichere Verpackung

Einfache Briefumschläge oder lose Top Loader können selbst perfekte Karten beschädigen — Kanten und Ecken sind beim Transport am anfälligsten.

Nächster Schritt

Sammlerwissen ist der stille Teil guter Ergebnisse.

Wer Karten von Anfang an richtig behandelt, schafft die beste Grundlage für ein starkes Grade — und muss keine unnötigen Abzüge hinnehmen, die durch besseres Handling vermeidbar gewesen wären.