Nahezu makellos — minimale Abweichungen nur unter starker Vergrößerung erkennbar
So beurteilen wir Karten.
Vier gewichtete Hauptkategorien, über 100 Einzelprüfungen, jede Seite separat bewertet — plus eigener Knick- und Manipulationserkennung. Inklusive vollständiger Bewertungsskala von Grade 1 (Poor) bis Black Label Pristine.
Über 100 Prüfpunkte
Die Bewertung geht weit über Whitening und Oberflächenspuren hinaus. Jede Karte wird in vier Hauptkategorien mit jeweils mehreren Untergruppen geprüft — Vorder- und Rückseite separat.
Seitengewichtung je Kategorie
Vorder- und Rückseite werden unterschiedlich gewichtet: Bei Zentrierung und Oberfläche zählt die Vorderseite stärker (100 % vs. 70 %). Bei Kanten und Ecken trägt die Rückseite mehr zur Gesamtnote bei.
Bewertungssystem
Die vier Bewertungskategorien
Die Gesamtpunktzahl ergibt sich aus den vier gewichteten Kategorien. Jede Kategorie wird für Front und Back separat berechnet und dann kombiniert.
Zentrierung
Randverhältnisse links/rechts und oben/unten — gemessen auf Mikromillimeter-Ebene mit eigens entwickelter Software.
- Links/Rechts-Randverhältnis
- Oben/Unten-Randverhältnis
- Softwaregestützte Messung
- OC-Flag bei Verhältnis schlechter als 60:40
- Vorderseite 100 %, Rückseite 70 % gewichtet
Oberfläche
Acht Prüfgruppen, über 50 Einzelfehler pro Seite — von Mikrokratzern bis Laminierungsschäden.
- Kratzer & Abrieb (8 Typen)
- Dellen & Druckstellen (7 Typen)
- Verschmutzung & Rückstände (13 Typen)
- Glanz & Laminierung (10 Typen)
- Druck- & Produktionsfehler (13 Typen)
- Material- & Papierschäden (7 Typen)
- Umwelt- & Alterungsschäden (7 Typen)
- Manipulation & Nachbearbeitung (8 Typen)
Kanten
Whitening in fünf Stufen, Silvering, Kantenverformung, Produktionsfehler und Manipulationserkennung.
- Whitening (Micro / Minimal / Sichtbar / Macro / Max)
- Whitening-Dichte in % der Kante
- Silvering — oberflächlich & tief
- Einkerbungen, Ausfransungen, Farbverlust
- Kantenverformung & Produktionsfehler
- Manipulationserkennung (5 Typen)
Ecken
Whitening in vier Stufen, Materialverformung, eckspezifische Knicke, Papierschäden und Stanzqualität.
- Whitening (Micro / Leicht / Moderat / Schwer)
- Eckkollisionen, Stresslinien, Stauchungen
- Materialverformung — weich, abgestumpft, zerstört
- Faser- & Papierschäden
- Stanzabweichungen & Schnittfehler
- Manipulationserkennung (5 Typen)
32 % Gewichtung
Oberfläche — 8 Prüfgruppen
Die Oberfläche ist die umfangreichste Kategorie mit 32 % Gewichtung. Acht Gruppen mit zusammen über 50 Einzelfehlern decken jeden sichtbaren und messbaren Aspekt ab.
Kratzer & Abrieb
Mikrokratzer, Haarlinien, Spielkratzer, Holo-Kratzer, Kreuzschraffuren, tiefe Kratzer, Scuffing
Dellen & Druckstellen
Lineare Dellen (leicht bis schwer), Druckpunkte, Stapelspuren, Bindereindrücke
Verschmutzung
Fingerabdrücke, Fett- und Ölspuren, Flüssigkeitsflecken, Wasserränder, Schimmel, Kleberreste, Rauchfilm, Stiftmarkierungen
Glanz & Laminierung
Lokaler Glanzverlust, Trübung, Laminierungsblasen, Foil-Oxidation, Microlifting
Druckfehler
Printlines (micro bis deutlich), Druckpunkte, Walzenabdrücke, Tintensmear, Ghosting, Doppeldruck
Materialschäden
Freiliegende Fasern, Rissbildung, Mikrorisse, Delamination, Oberflächenporen
Alterung & Umwelt
Feuchtigkeitsverformung, mechanische Verbiegung, UV-Schäden, Hitzeschäden, Wellenbildung, Foxing, Feuchtigkeitsflecken
Manipulation
Polieren, Kratzerkaschierung, chemische Reinigung, Tintennachbearbeitung, künstliche Glanzwiederherstellung, Pressen
Je 25 % Gewichtung
Kanten & Ecken im Detail
Kanten — Whitening in 5 Stufen
Whitening wird nicht pauschal bewertet, sondern in fünf Größenklassen differenziert: Micro (<0,2 mm), Minimal, Sichtbar (0,2–0,5 mm), Macro (0,5–1 mm) und Max (>1 mm). Dazu kommt die prozentuale Dichte entlang der Kante. Silvering — der Abrieb der Foilschicht — wird separat in oberflächlich und tief unterschieden.
Ecken — von Micro bis strukturell
Ecken werden in Whitening (vier Stufen), physische Verformungen (Dellen, Stauchungen, Knicke), Papier- und Faserschäden, Stanzabweichungen sowie Produktions- und Schneidefehler unterteilt. Stresslinien, die vom Eckpunkt ins Karteninnere laufen, werden ebenfalls erfasst.
Zentrierung — mathematisch präzise
Die maximale Abweichung aus Links/Rechts und Oben/Unten wird verglichen. Ab 2 % Abweichung beginnt der Punktabzug — danach 2 Punkte pro weiterem Prozent. Karten, deren kombinierter Zentrierungswert unter 83 Punkte fällt, erhalten das OC-Flag (Off-Center) auf dem Label.
Strukturelle Schäden
Knicke — direkter Punktabzug
Knicke werden nicht in die vier Hauptkategorien eingerechnet, sondern als eigenständige strukturelle Schäden direkt von der Gesamtpunktzahl abgezogen. Sie begrenzen zusätzlich das maximal erreichbare Grade.
Leichter Knick
−15 Punkte direkter AbzugSchwerer Knick
−35 Punkte direkter AbzugMehrere Knicke
−80 Punkte direkter AbzugAutomatische Folgen
Manipulation — keine Toleranz
Karten, bei denen Anzeichen für nachträgliche Bearbeitung erkannt werden, erhalten massive Punktabzüge von 75 bis 90 Punkten.
Manipulationserkennung ist Teil jeder Prüfung. Polieren, chemische Behandlung, nachgefärbte Ecken oder Kanten, Schleifrückstände und Tintennachbearbeitungen werden systematisch gesucht. Karten mit Trimming- oder Altered-Befund erhalten keine reguläre Bewertung und werden versiegelt zurückgesendet.
Ecken beschneiden
Nachträgliches Kürzen von Ecken zur optischen Verbesserung — häufigste Grading-Fälschung und schwerster Eingriff.
−80 Punkte
Kanten künstlich nachschärfen
Künstliches Wiederanschärfen von Kanten oder Ecken, erkennbar an untypischen Schleifspuren und Reflexionsmustern.
−90 Punkte
Kanten beschneiden
Nachträgliches Zuschneiden der Kartenkanten — für keine Grading-Stufe zulässig.
−80 Punkte
Tintennachbearbeitung
Nachträgliche Farbkorrekturen oder Retusche auf der Kartenoberfläche — nahezu automatische Ablehnung.
−90 Punkte
Oberfläche polieren
Mechanisches Polieren zur Kratzerkaschierung, erkennbar an veränderter Oberflächentextur.
−75 Punkte
Chemische Reinigung
Chemische Behandlung der Oberfläche zur Verbesserung des Erscheinungsbildes.
−75 Punkte
Glanz wiederherstellen
Künstliche Glanzwiederherstellung durch Beschichtung oder chemische Behandlung.
−75 Punkte
Pressen / Glätten
Hinweise auf mechanisches Pressen oder Glätten der Karte zur Verformungskaschierung.
−75 Punkte
Bewertungsskala
Von 1 bis 100 Punkte
Die interne Punktzahl (1–100) wird in ein Grade umgerechnet: Grade = Punkte ÷ 10, gerundet auf 0,5er-Schritte. Bei exakt 100 Punkten gibt es das Black Label Pristine.
Pristine
Perfekte Karte in allen vier Bewertungskategorien — absolut makellos in Zentrierung, Oberfläche, Kanten und Ecken. Das Black Label wird ausschließlich bei einer Punktzahl von exakt 100 vergeben. Es ist die höchste Auszeichnung im Grading-System und nicht mit einem regulären Grade 10 gleichzusetzen.
Nur bei exakt 100 / 100 Punkten erreichbar · Alle vier Kategorien müssen perfekt sein
Sehr hohe Qualität mit kaum wahrnehmbaren Merkmalen
Kleinste Abweichungen erkennbar, Karte wirkt insgesamt sehr stark
Leichte Spuren bei genauer Betrachtung, Gesamteindruck sehr sauber
Near Mint bis Mint — geringe, tolerierbare Gebrauchsmerkmale
Leichte Merkmale erkennbar, Karte wirkt noch sehr wertig
Sichtbare aber moderate Merkmale an Kante oder Oberfläche
Klare Gebrauchsmerkmale, Karte insgesamt noch solide
Excellent bis Near Mint — deutlichere Merkmale an Kante oder Fläche
Deutlicher Gebrauch sichtbar, Karte noch ansehnlich
Stärkere Spuren erkennbar, Karte strukturell noch intakt
Very Good bis Excellent — spürbare Beanspruchung über mehrere Bereiche
Starker Gebrauch erkennbar, Sammlerwert merklich eingeschränkt
Erhebliche Beanspruchung, Mängel klar und deutlich sichtbar
Starke Gebrauchsspuren über die gesamte Karte
Schwere Mängel, strukturelle Schwächen möglich
Schwere Schäden, stark eingeschränkter Sammlerwert
Sehr schwere Beschädigungen, kaum noch Sammlerwert
Nur Echtheit bestätigt — schwere strukturelle Beschädigung, kein Sammlerwert
Berechnung
Wie ein Grade entsteht
Vier Kategorien, eine Zahl
Die Punktzahl ergibt sich gewichtet aus Zentrierung (30 %), Oberfläche (30 %), Kanten (20 %) und Ecken (20 %). Knicke werden als separater Direktabzug von der Endpunktzahl abgezogen und begrenzen zusätzlich das maximal erreichbare Grade.
0,5er-Schritte
Das Grade wird aus der Punktzahl errechnet und auf 0,5-Schritte gerundet. Grade 8.5 ist also ein anderes Ergebnis als Grade 8.0 — und beide erscheinen unterschiedlich auf dem Label.
Black Label nur bei 100
Grade 10 ist auch ohne Black Label erreichbar — bei 98 oder 99 Punkten. Das Black Label Pristine gibt es ausschließlich bei exakt 100 Punkten, wenn alle vier Kategorien perfekt bewertet wurden.
Nächster Schritt
Eine starke Bewertung braucht nachvollziehbare Kriterien.
Über 100 Prüfpunkte, softwaregestützte Zentrierung und klare Regeln für Manipulation — so entsteht ein Grade, dem Sammler vertrauen können.